Warum ist eine bakteriologische Untersuchung bei Tieren manchmal notwendig?

Wird Ihr Haustier wegen einer Allgemeinerkrankung oder einer Verletzung behandelt?

Es ist möglich, dass eine Probe für eine bakteriologische Untersuchung entnommen werden muss. Diese wird anschließend zusammen mit dem Überweisungsformular an das Krankenhaus Trutnov geschickt, wo sie im Labor für klinische Mikrobiologie untersucht wird.

Ist das überhaupt notwendig?

Genau wie in der Humanmedizin können auch in der Tiermedizin viele Infektionen empirisch behandelt werden – basierend auf dem Wissen über die häufigsten Ursachen, Symptome und Therapien. Es ist jedoch nicht immer ratsam, sich nur auf Erfahrungswerte zu verlassen. Es gibt gleich mehrere Indikationen für eine bakteriologische Untersuchung:

Eine davon sind wiederkehrende Infektionen, Wunden, Dekubitus (Liegegeschwüre) oder Fisteln. Wenn das Tier in der Vergangenheit bereits mit Antibiotika behandelt wurde und die Infektion immer wiederkehrt, ist es ratsam, den Erreger – das Bakterium – zu bestimmen. Bei der bakteriologischen Untersuchung stellen wir außerdem fest, wie hoch die Antibiotikadosis sein muss, um dieses spezifische Bakterium endgültig aus dem Körper des Patienten zu eliminieren.

Ein weiterer Fall, in dem Ihr Tierarzt eine Untersuchung im mikrobiologischen Labor empfehlen wird, sind lebensbedrohliche Zustände wie eine akute Osteomyelitis (Knochen- und Knochenmarksentzündung), Verdacht auf Sepsis (Blutvergiftung durch Bakterien im Blutkreislauf), Eiter im Brustfellraum oder Flüssigkeit im Bauchraum.

Es gibt auch andere Situationen, in denen eine bakteriologische Untersuchung dem Patienten, dem Besitzer und dem Tierarzt gute Dienste leistet. Dazu gehören Atemwegsinfektionen bei Kaninchen oder beispielsweise chronische Lungenentzündungen.

Warum ist eine bakteriologische Untersuchung für alle nützlich?

Der Tierarzt erfährt, welche Bakterienart die Erkrankung des Patienten verursacht (oft ist es mehr als eine), gegen welche Antibiotika dieser spezifische Stamm resistent ist (die Antibiotikaresistenz kann variieren, z. B. je nachdem, wo sich das Tier infiziert hat) und welche Dosierung genau gewählt werden muss, um die Infektion endgültig zu heilen.

 

Der Patient kann sofort wirksame Antibiotika erhalten, wofür insbesondere Leber und Nieren dankbar sind. Die Verkürzung der Behandlungszeit ist ein Vorteil für alle Beteiligten.

 

Der Besitzer erfährt, ob er sich beim Tier anstecken kann, und spart dank der kürzeren Behandlungszeit sowohl Zeit als auch Geld.

 

 

Nicht zuletzt trägt eine gezielte Antibiotikatherapie dazu bei, die Wahrscheinlichkeit neuer bakterieller Resistenzen gegen Antibiotika zu verringern – und erhöht so die Chance, dass wir uns bei einer zukünftigen Infektion noch wirksam behandeln lassen können. Die Behandlung mit Antibiotika wird im 21. Jahrhundert als Selbstverständlichkeit angesehen – ähnlich wie die warme Dusche am Abend, die Mikrowelle in der Küche oder der öffentliche Nahverkehr. Es treten jedoch immer häufiger Antibiotikaresistenzen bei Bakterien auf, und in vielen Fällen liegt der Ursprung dafür in der Tiermedizin. (Zdravotnický deník, 2016)

Unser Labor:

Laboratoř

Weitere Informationsquellen zur Antibiotikatherapie, Antibiotikaresistenz von Bakterien und verwandten Themen:

Staatliche Veterinärverwaltung, 2022: Nationales Antibiotika-Programm (Tschechien)

WSAVA, 2020: Antimicrobial Stewardship (AMS) – A must for every companion animal practice

FECAVA, 2020: World Antimicrobial Awareness Week

WHO: Antimicrobial resistance

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